Freitag, 14. Juni 2013

Zeugen der Eiszeit: Das "U" und die "o_o_o"s

Hallo zusammen!

Das Erscheinungsbild der Provinz Nordland, in der Hamarøy liegt, ist geprägt von imposanten, teilweise geradezu bizarren Berggestalten. Gerade rund um den Tysfjord sind viele solcher Berge versammelt:








   


















Hier haben die Gletscher der Eiszeit ganze Arbeit geleistet. Unzählige glatt gehobelte Granitwände zeugen von ihrer Arbeit:

 










Besonders prägnante Zeugen der Eiszeit sind die U-förmigen Scharten, denen man überall begegnet. Wir haben sie immer wieder, in jeder Jahreszeit, fotografiert. So zum Beispiel "Nordskaret" hier auf Hamarøy - nach Neuschneefällen Anfang Februar...,



...bei Sonnenuntergang Ende März...



...und an einem warmen Sommertag Ende Mai:



Oder die breite U-förmige Scharte im Gebiet der Valletindan-Berge in der kommune Tysfjord, die von Tranøy aus besonders gut zu sehen ist:





Von eiszeitlichen Gletschern transportiert und dort abgelegt, wo wir sie heute antreffen, wurden auch all solche "Findlinge":





















Soweit dieser kleine Ausflug in die Geologie.
Bis bald - vi höres!

Sonntag, 9. Juni 2013

Der großartige Mai - Teil 3: "Varmeste maidager i manns minne"

Hei alle sammen,

ja - das hat der norwegische Wetterdienst gemeldet: "Der wärmste Mai seit Menschengedenken"! Man könnte fast meinen, das sei der Ausgleich für den ungewöhnlich langen und schneereichen Winter.
Wie auch immer: Ich nutzte das anhaltend schöne Wetter für weitere wunderschöne Wanderungen. So hatte ich ja bereits im Winter versucht, den "kirkestien" zwischen Hamsund und Oppeid zu gehen - einmal auf Skiern, einmal mit Schneeschuhen. Beide Versuche scheiterten, weil ich im tiefen Schnee regelrecht versank.
Nun war es endlich so weit - bereits zwei Wochen zuvor war der kleine Weg weitgehend aper, ...

Anfang Mai am "kirkestien"

...jetzt sollte er relativ trocken und gut zu begehen sein. Und in der Tat war es nun ein verträumter Pfad durch frühlingshaft leuchtenden Birkenwald:



Entlang des "kirkestien" stößt man immer wieder auf Tafeln mit zur Landschaft passenden Zitaten aus Werken von Knut Hamsun. Als Kind ist er diesen Weg sicher oft gegangen, um sonntags von seinem Elternhaus in Hamsund zur Kirche nach Presteid zu gelangen.


















"...min gamle kjendte sti..." (aus: Pan)

Ein Abstecher führte mich vom "kirkestien" hinauf auf den kleinen Berg Børra,
mit fantastischer Aussicht auf die Häuser von Hamsund, den Vestfjord und die Lofoten:



Neben einem nicht mehr bewohnten Haus, an  dem der Weg vorbeiführt, gab es allerhand Altertümliches zu sehen:







Am letzten Wochenende im Mai unternahm ich eine Wanderung in der Gegend des Tysfjord, rund 30 km nördlich von Hamarøy gelegen. Nirgendwo, so finde ich, ist Norwegen schöner als hier!
 Auf unserer Fahrt zu den Lofoten im März hatten wir bereits die winterliche Bergkulisse des Tysfjord von der Fähre nach Lødingen aus bewundern können. Nun zeigte sie sich hochsommerlich:



Mein Wanderziel war der Bogvetten, ein langgezogener Grat mit Funkstation am höchsten Punkt. Er liegt oberhalb von Bognes, von wo aus die Fähren über den Vestfjord nach Lødingen und über den Tysfjord nach Norden in Richtung Narvik verkehren:

Bognes am Tysfjord














auf dem Bogvetten (521 m)

Wieder ließ die Aussicht vom Gipfel bei diesem Traumwetter keine Wünsche offen:

Blick zum Tilthorn...





...und zu den Lofoten


Der großartige Mai endete mit Fronleichnam - an diesen Tagen war ich unter anderem wandernd an den Küsten Hamarøys unterwegs, so zum Beispiel am Vestfjord bei Buvåg...:

Sandwatt bei Hopøya







...und mal wieder am Nesstraumen - einem Ort mit ganz besonderer Atmosphäre, geprägt duch die weißen Sandstrände und den kräftigen Gezeitenstrom:

























Zum Ende des Monats Mai begann hier in Hamarøy dann auch die Zeit der Mitternachtssonne. Zwar war es schon seit April nachts zunehmend nicht mehr dunkel geworden, nun aber - ab dem 25. Mai - sagt der Wetterbericht zum Thema Sonnenauf- und -untergang einfach:  "Det er midnattssol, sola går ikke ned."

Und das sah am 31. Mai um Mitternacht so aus:


Samstag, 8. Juni 2013

Der großartige Mai - Teil 2: Plötzlich Sommer!

Mitte Mai entwickelte sich über der nordrussischen Halbinsel Kola ein kräftiges Hochdruckgebiet, das warme Luftmassen aus Mittelasien nach Nordskandinavien transportierte. (Eine nicht seltene Wetterlage, welche die Norweger "russeluft" nennen.) Und damit war schlagartig - nach einer nur vierwöchigen, vorfrühlingshaften Übergangszeit - der Sommer da.
Pünktlich übrigens zum 17. Mai, dem norwegischen Nationalfeiertag. Dieser wird traditionell mit einem Festumzug begangen, an dem auch ich mich ein wenig beteiligte.


  


 






Es hat mich beeindruckt zu sehen, wie hier alteingesessene Norweger - viele der Frauen in ihrer Festtagstracht - zusammen mit Einwanderern aus z.B.
Afghanistan und Somalia diesen Festzug bildeten:




Außerdem hatte ich natürlich auch die dikterstue geschmückt - was mangels Fahnenstange etwas provisorisch aussah:




Für den Rest des Tages zog es mich dann wieder nach draußen:
Bei wie gesagt sommerlichen Temperaturen wanderte ich von Skutvik an der Küste entlang...












...und dann steil hinauf zur kleinen Hütte Olebu:



 
Mit einem Sonnenbad auf der Terrasse der Hütte hoch über'm Vestfjord wurde der Sommer eingeläutet.


Zwei Tage darauf kam das Pfingstwochenende, und es bescherte uns erstmals in diesem Frühling Temperaturen von über 20 Grad. Da inzwischen viel Schnee geschmolzen war, konnte ich mich auf den Weg auf den Aussichtsberg Kaldvågtuva oberhalb von Presteid machen:

Kaldvågtuva (535 m)

Ein durchweg gut sichtbarer Pfad erleichterte den langen Aufstieg und ließ erkennen, dass dieser Berg wohl ein beliebtes Tourenziel ist. Trotzdem war ich - wie übrigens fast immer - alleine unterwegs, verwunderlich eigentlich bei diesem grandiosen Wetter:

Blick auf Oppeid







Die Aussicht vom Gipfel der Kaldvågtuva ist unverstellt und beeindruckend.


Hier ein Blick nach Osten in Richtung Grenze zu Schweden:











Gekrönt wurde das Pfingstwochenende  von einem nächtlichen Abendrot, bei dem sich auch die Kaldvågtuva glühend rot verfärbte:















Mittwoch, 5. Juni 2013

Feiertage und Sommerwetter - der großartige Mai. Teil1: Der Frühling kommt

Hallo zusammen,

ein großartiger Monat Mai liegt hinter mir. Seine vielen Feiertage und fast drei Wochen bestes Hochsommerwetter waren ideale Voraussetzungen für zahlreiche Wanderungen und Ausflüge. Einen kleinen Eindruck davon sollen die folgenden Bilder vermitteln.

Am 1. Mai begann der Monat strahlend schön, aber noch sehr kühl. Vorfrühlingsstimmung lag in der Luft und ich war wieder einmal bei Tranøy unterwegs. Die Seen waren noch von Eis bedeckt...

am Brennvikvatnet

..., aber während der kleinen Wanderung im Gebiet des Tranøy fyr lag eine vielversprechende Frühlingsstimmung in der Luft.

Nordlandshus - zu vermieten!















Tranøy fyr


Am 8. Mai unternahm ich die erste Wanderung in "größere Höhen" - sprich auf 400 bis 500 m. Damit befindet man sich hier im Norden bereits deutlich über der Baumgrenze. Vom Skilanglaufzentrum bei Ulvsvågskaret wanderte ich auf den Hügel Jørgenviktuva. Hier lag doch noch reichlich Schnee, und das Vorankommen war teilweise recht mühsam:

Blick von Jørgenviktuva nach Westen


Schon ganz anders sah es bereits am nächsten Tag aus: Bei strahlendem "Vatertag"-Wetter startete ich zu einer Wanderung auf die Finnvikheia. Ausgangspunkt waren ein paar verlassene Häuser - Finnvik - nicht weit von Presteid:

Finnvik mit Lofoten im Hintergrund













Ein guter Waldweg führte zunächst aufwärts zu einer Hütte am Finnvikvatnet, über dessen Abfluss eine kleine Brücke führte:



Seltsamerweise hörte gleich nach dieser Brücke der Pfad auf, und so musste ich weglos auf das Ziel zusteuern - was in diesem freundlichen Gelände allerdings kein Problem darstellt:


unterwegs zur Finnvikheia




Blick zum Tilthorn und Hatten



am Gipfel


Für den nächsten Sonntag hatte mich Idar zu einem Ausflug nach Steigen eingeladen. Steigen kommune liegt südlich von Hamarøy, und von dort stammt Idar. Durch einen 8,5 km langen Tunnel gelangt man von der E 6 im Osten zu der am Vestfjord gelegenen Inselwelt von Steigen:
 
Våg i Steigen


Einen ersten Stopp legten wir in Laskestad auf Engeløya ein -
hier steht u.a. ein
Laskestad prestegård
imposanter früherer Pfarrhof mit botanischem Garten:














Neben zahlreichen baulichen Zeugnissen längst vergangener Zeiten - Wikingergräber, eine 800 Jahre alte steinerne Kirche - hat hier in Steigen auch der 2. Weltkrieg seine bedrückenden Spuren hinterlassen. An der Westküste von Engeløya findet man "Batterie Dietl", eines der größten Küstenforts, das die deutschen Besatzungstruppen an der norwegischen Küste errichtet hatten:




Tausende von russischen Kriegsgefangenen mussten hier Zwangsarbeit verrichten, und viele von ihnen haben auf Friedhöfen in der Umgebung ihre letzte Ruhestätte gefunden.






Ein friedlich-fröhliches Picknick mit Idar, Thansaya und der kleinen Melissa und der grandiose Blick über den Vestfjord zu den Lofoten vertrieben dann meine etwas trüben Kriegs-Gedanken.

Vestfjord mit Lofoten


Auf der Heimfahrt von Steigen schauten wir uns noch die alte Sägemühle bei Innhavet an:







Interessant, wie hier mit hölzernen Verbauungen das Wasser des Flüsschens eingefangen und kanalisiert wird:







Ein kleines Stillleben auf dem Parkplatz sorgte anschließend
für große Heiterkeit:
 






Ob sich die Hinterlassenschaften von Elchen wirklich als Grillkohle eignen?

Darauf gaben auch ihre Produzenten, die sich abends bei der dikterstue zeigten, keine befriedigende Antwort.







Ein erlebnisreicher Tag klang gegen Mitternacht dann noch wunderbar so aus:






"Nachtrot" auf den Bergen von Steigen