Donnerstag, 7. November 2019

Sehnsuchtsorte - Teil 2

Gerne steige ich immer wieder auf den Hügel "Klubban", der oberhalb der Bucht von Brennvik liegt. Er ist nur 160 m hoch, bietet aber eine wunderbare Aussicht nach Süden, Westen und Norden:















Man kann den Klubban entweder direkt von  Brennvik aus erreichen, oder man startet an der früheren Schule von Helland, steigt zum kleinen Stausee Trollvatnet auf (welcher das Trinkwasserreservoir für Tranøy und Nord-Hamarøy ist) und geht von dort aus westwärts zum Gipfel.

Vom Trollvatnet führt ein anderer Pfad in südlicher/südöstlicher Richtung auf die Anhöhe Hellandsåsen:


Der Aussichtspunkt hier in knapp 200 m Höhe ist ein bezaubernder Platz, und die Aussicht nach Osten wirklich großartig - sie reicht vom Bergmassiv Tilthorn-Hatten bis zum Stetind.
Als ich in diesem Jahr dort oben war, haben mich auch die vielen weißen Sandstrände der Ostküste Hamarøys beeindruckt:




Ganz besonders angetan hat es mir die Halbinsel Røsnes westlich von Brennvik. Über sie hatte ich im Herbst 2014 ("Wanderungen am Wasser") geschrieben:
  "Völlig abgeschieden haben hier früher Menschen am Ufer des Vestfjords gelebt - Häuserruinen  und  altes Werkzeug zeugen heute von dieser Zeit. Seit vielen Jahrzehnten sind diese Orte verlassen   ("fraflyttet") - wie so viele weitere hier im Norden."

Auf einer weglosen Route bin ich in diesem Sommer nach Røsnes gewandert und dort - nachdem ich kurz die Orientierung verloren hatte - direkt bei der alten Dampfmaschine der Marke "June" aus Jönköping in Schweden  (s. Post "Ein kühler Sommer...", 2016) aus dem Wald kommend gelandet:




Alte Häuserruinen und großartige Blicke über den Vestfjord zu den Lofoten und zum nahe gelegenen Hamsundfjellet machen den besonderen Reiz dieses Ortes aus:







Dienstag, 5. November 2019

Sehnsuchtsorte - Teil 1

Auch wenn es mich bei jedem Aufenthalt auf Hamarøy lockt, neue Wege zu gehen - es gibt hier etliche "Sehnsuchtsorte", die wir immer wieder aufsuchen, und Wanderungen, die immer wieder schön und spannend sind.

Ein Ort, den ich sehr mag, auch wenn es dort ganz unspektakulär ist, ist die Dragsbukt. Man erreicht sie leicht, wenn man vom Sträßchen von Oppeid nach Kalstad nach ca. 2 km zu Fuß nach Westen abbiegt.  (Wenn im Winter genügend Schnee liegt, führt hier auch eine sehr schöne Loipe entlang - oft war ich im Winter 2013 hier mit den Langlaufski unterwegs.)
Dort, wo am Ende der Bucht der kleine Bach, der aus dem Kalstadvatnet kommt, ins Meer mündet,
liegt ein wunderschöner Stein, der zwar nicht wackelt, aber sicher von Gletschern der letzten Eiszeit hier abgelegt wurde.
Dort habe ich Anfang Juli einen kleinen Steinmann errichtet, der - wie man sieht - auch noch ein paar Wochen später existierte: 

Ob er wohl die Herbststürme und den Winter 
überstehen wird...?

Interessant ist übrigens der Name dieser kleinen Bucht - "Dragsbukt":  Das norwegische Verb "dra" bedeutet "ziehen" - und geographische Orte, die dieses Wort "dra" in ihrem Namen tragen, bezeichnen Stellen, an denen früher Boote über Land gezogen wurden ("båtdrag").

Im Fall der Dragsbukt waren es Menschen, die per Boot aus Richtung Skutvik kommend nach Presteid, Ulvsvåg oder weiter nordwärts wollten. Sie vermieden so die gefährlichere Fahrt entlang der Außenküste von Hamarøy, mussten dafür aber ihre Boote von der Dragsbukt ein kurzes Stück über Land bis zur Bucht Glimma ziehen. 
Angeblich kann man noch heute die in die Erde eingelassenen Baumstämme sehen, die das Gleiten der Boote erleichterten - gefunden habe ich diese bisher nicht.

Solche Landengen heißen im Norwegischen "eidet" - daher der Ortsname "Oppeid" = "über der Landenge".  
Auch der Ort Drag am Tysfjord trägt seinen Namen deshalb: Hier fuhren Boote vom östlichen Ende des Kaldvågfjord durch den Varpvatnet, wurden dort über die Landenge in den Dragsvatnet und bei Drag dann noch einmal kurz über Land in den Tysfjord gezogen.

Immer wieder gehen wir auch zum Nesstraumen, einem starken Gezeitenstrom in der Nähe von Skutvik. In diesem Sommer haben wir bei herrlichem Sommersonnenwetter viele Stunden dort verbracht und zugesehen, wie der Gezeitenstrom zunächst in Richtung Vestfjord strömt, dann zur Ruhe kommt und anschließend wieder landeinwärts fließt.






Sehr gerne bin ich immer wieder auf den Pfaden der Wanderroute "Glimma rundt" unterwegs:


Auf mehr oder weniger gut erkennbaren Wegen bzw. Fußpfaden kann man die Meeresbucht Glimma umrunden und von dort aus Abstecher zum Berg Kaldvågtuva, zum kleinen Ort Kaldvåg oder zur verlassenen Siedlung Hella am Kaldvågfjord machen:

Wegweiser auf Glimheia
Interessant ist, dass man hier auf historisch bedeutsamen Pfaden unterwegs ist:  Im Jahr 1650 wurde  in Presteid die erste Kirche Hamarøys errichtet. Seitdem entwickelten sich Presteid und Oppeid zum Zentrum der Region. In der Folge wurde auf der Insel Finnøya ein Weg errichtet, der es Menschen, die am Sagfjord wohnten, ermöglichte, von Karlsøy zur Mølnbukta zu gehen. Von dort ruderten diese nach Hella und gingen von dort zu Fuß weiter nach Presteid, um dort z.B. die Kirche zu besuchen oder anderes zu erledigen. Die alten Wege über Finnøya und Glimheia heißen daher "kirkestien" (Kirchweg). 
Als im Jahr 1886 das Gebäude der Kirche von Presteid nach Karlsøy auf Finnøya verlegt wurde, wurde es notwendig, diese "Kirchwege" besser auszubauen, damit der Pfarrer diese Wege einigermaßen bequem zurücklegen konnte. Ich nehme an, dass zu diesem Zweck ganz oben auf der Glimheia, auf dem alten Weg nach Hella, diese kleine steinerne Treppe errichtet wurde:


Inzwischen gibt eine neue Wegvariante der Glimma-rundt-Wanderung - hier sieht eine solche "Treppe" so aus:  

Auch zum kleinen Ort Buvåg am Vestfjord kommen wir immer wieder gerne, und in seiner Umgebung gibt es sehr schöne Wanderziele. So z.B. die Halbinsel Selsøyodden - hier findet man herrliche Sandstrände und eine üppige Flora:




Eine hübsche Wanderung führt von Buvåg auch nach Westen zum Bremneset, auf dem ein großer steinernen Turm, der früher als Landzeichen für die Schiffe auf dem Vestfjord diente, errichtet wurde:


Als wir in diesem Jahr dort oben waren, erschraken wir ein wenig beim Anblick dieses fast komplett erhaltenen Skeletts eine Rentieres:


Sonntag, 3. November 2019

Wie schön, wieder in Sommersel zu sein!



Im schön gelegenen, "hyggeligen" "Sommersel Fishing Camp" anzukommen, fühlt sich für mich mittlerweile ein wenig so an wie nach Hause zu kommen - nach 2014, 2016 und 2017 sind wir nun im Juli 2019 zum vierten Mal hier Gäste.   (Näheres s. unter:  sommersel-fishing-camp.com)

Anbei ein paar Eindrücke, wie es hier aussieht:


am Fischputzplatz

abendliches Sonnenbad vor unserer Hütte 😎  

Sehr reizvoll ist ein Spaziergang entlang der Küste Richtung Tranøy:
















In diesem Jahr war auch ein junger Elch Gast im SFC - oft tauchte er am frühen Abend aus dem Wald kommend auf und galoppierte mitten durch den Campingplatz, um sich dort an Büschen und auf der Blumenwiese zu stärken:




Und eines Nachts wurde er sogar direkt vor unserer Hütte gesehen, wo er sich über die gerade aufblühenden Weidenröschen hermachte:















Direkt beim SFC beginnend, kann man auch eine wunderschöne Wanderung durch das Naturschutzgebiet Steinsosen/Sjømyrpollen unternehmen:



Echte Engelwurz/Kvann vor dem Hamarøyfjellet
















Auch einen kleinen Hausberg hat das SFC zu bieten: Harrhågen, rund 45 m über dem Meer hoch und in rund 10 min. vom Campingplatz zu erreichen. Trotz der bescheidenen Höhe ist die Aussicht von dort oben sehr schön, und insbesondere die großartigen Sonnenuntergänge bzw. die Mitternachtssonne sind immer wieder ein Anlass, abends noch mal schnell dort hinauf zu gehen:






Dienstag, 29. Oktober 2019

Wieder ein Sommer in Hamarøy - es wurde Zeit...

Hallo zusammen,

nachdem ich im Jahr 2018 nicht in Norwegen war, wurde es mal wieder Zeit - die Sehnsucht nach Hamarøy war groß und trieb nicht nur mich, sondern auch etliche meiner Familienmitglieder um.

Im Sommer 2018 waren wir in einem anderen Teil des "hohen Nordens" unterwegs, nämlich mit dem Hurtigruten-Schiff "FRAM" entlang der Westküste von Grönland bis hoch zum 80. Breitengrad.  Großartige und unvergessliche Eindrücke haben wir von dieser Reise mitgenommen, z.B.:








Den Sommer 2019 wollten wir dann aber wieder in Norwegen verbringen. Und so reisten wir ab Ende Juni los: Mein Lebensgefährte Eckhard zusammen mit seinem Bruder mit unserem Wohnmobil, eine Woche später starteten meine Tochter Judith und ich, ihr Mann Florian würde per Flugzeug nach Bodø nachkommen.

                            "Mutter und Kind unterwegs!"

Judith und ich nahmen die große Fähre von Kiel nach Oslo -

an der Öresund-Brücke




- und fuhren weiter durch das Østerdalen bis Stjørdal (bei Trondheim). Hier übernachteten wir bei unserem lieben Freund Idar, der uns 2013 und 2014 sein Haus in Oppeid - die Dikterstue - überlassen hatte, und der mittlerweile mit seiner Familie hier am Trondheimsfjord lebt.


Am nächsten Tag ging es weiter  - zunächst auf der E 6 bis Grong, von dort westlich nach Høylandet, wo wir einen Abstecher zum Wasserfall Grongstadfossen machten.             Aufgrund von reichlich Regen in den vorherigen Wochen sah er jetzt beeindruckend aus, ...


(...ganz anders als rund drei (regenarme) Wochen später:)






Bei Kjelleidet erreichten wir abends die Küste...








...und folgten dann dem wunderschönen "Kystriksveien" bis kurz vor Bodø.
Mehrere - längere oder kürzere - Fährüberfahrten machen diese Reise erst möglich:



Unterwegs besichtigten wir die alte Kirche mit Bischofssitz Alstahaug...












..., überquerten die architekturpreisgekrönte Helgelands-Brücke hinter Sandnessjøen,...



...erlebten düstere Wolkenstimmungen bei Nesna...















...und freundliches Sommerwetter auf der Weiterfahrt von Bodø nach Hamarøy

bei Mørsvikbotn
Blick von der E 6/von Osten auf die Berge von Kjerringøy


Und dann freuten wir uns, wieder in Hamarøy zu sein - verbunden mit etwas Wehmut, mit der ich hier auf die "Dikterstue" blicke, in der ich rund neun Monate gewohnt habe:














Blick über den Vestfjord zu den Lofoten



Sehr gelacht haben Judith und ich auf dieser schönen Reise über einige amüsante Texte in Supermärkten oder auf Fähren - bei den beiden letzten wird die Tücke des Übersetzens deutlich:

"Tut uns leid - der Pfandautomat ist in die Sommerferien gegangen."








:-)))